Bach-Stadt

 

Johann Sebastian Bach wollte unbedingt von Weimar an den Hof des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen als Hofkapellmeister gehen, dafür nahm er sogar eine Haftstrafe in der Thüringer Residenz in Kauf. Bach konnte in Köthen für eine hervorragende Kapelle komponieren, in der bis zu 17 Musiker spielten, die zum Teil zuvor am Potsdamer und Berliner Hof des preußischen Königs Friedrich I. musiziert hatten. Friedrichs Sohn, der „Soldatenkönig“, löste das kleine Orchester auf. Bachs „Clavierbüchlein“, die „Brandenburgischen Konzerte“ und den ersten Teil des Wohltemperierten Kalviers komponierte Bach in Köthen. Im Schloss befinden sich Räume, in denen der große Komponist nachweislich spielte. Die Bachgedenkstätte erinnert an den Musiker und erzählt aus dessen Köthener Leben, in dem er seine erste Frau, Maria Barbara, 1720 zu Grabe tragen musste und Anna Magdalena 1721 heiratete.

 

Bach in Köthen

Der bekannteste und bedeutendste Komponist aus dem Barock, Johann Sebastian Bach (1685-1750), verbrachte die wohl kreativste Zeit seines Lebens in Köthen. Von 1717 bis 1723 war er hier als Hofkapellmeister unter Fürst Leopold tätig.

Johann Sebastian Bach wurde am 21. März 1685 in Eisenach als jüngstes von acht Kindern des Stadtpfeifers und Hoftrompeters Johann Ambrosius und seiner Frau Elisabeth Bach geboren. Im Jahre 1685 galt in Eisenach allerdings noch der Julianische Kalender, erst später wurde auch hier der gregorianische Kalender eingeführt. Nach dieser Rechnung wäre Bachs Geburtsdatum der 31. März 1685.

Den jungen Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen lernte Johann Sebastian Bach anlässlich der Hochzeit seines Dienstherrn Ernst August in Nienburg (Saale) am 24. Januar 1716 kennen. Dieser bot ihm am 5. August 1717 die Stelle als Kapellmeister am fürstlichen Hof von Anhalt-Köthen an. Bach hatte allerdings am Weimarer Hof nicht um seine Entlassung gebeten, sondern unterschrieb ohne Rücksprache den Vertrag als Hofkapellmeister, der zuvor von Augustin Reinhard Stricker besetzt war. Als er dieses Bitten nachholen wollte, wurde er am 6. November wegen „halsstarriger Bezeugung“ in Haft genommen. Nach seiner Haftentlassung im Dezember 1717 konnte Bach seine neue Stelle antreten.

Er trug in Köthen den Titel des Kapellmeisters und Kammermusikdirektors. Der musikalische Leopold von Anhalt-Köthen konnte oft als Violinist im Orchester mitwirken und war auch Taufpate von Bachs Sohn Leopold August. Johann Sebastian Bach komponierte in Köthen für eine hervorragende Kapelle, die bis zu 17 Musiker umfasste, welche zum Teil aus der aufgelösten Kapelle des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. stammten.

Im Juli 1720 starb Bachs Frau Maria Barbara nach kurzer Krankheit mit erst 35 Jahren. Bach selbst erfuhr den Tod erst, als er nach einer zweimonatigen Reise des Hofes Anhalt-Köthen aus Karlsbad zurückkehrte. Am 3. Dezember 1721 heiratete der Komponist und Musiker Anna Magdalena Wilcke, die 1720 als Sopranistin an den Köthener Hof gekommen war. Aus dieser Ehe entstammten 13 Kinder, von denen sieben im Kindesalter starben.

Im Frühjahr 1720 begann Johann Sebastian Bach das „Clavierbüchlein“ als Beitrag zur musikalischen Erziehung seiner Kinder, das unter anderem die zweistimmigen Inventionen und drei Sinfonien enthielt. Schon in Köthen entstanden 1721 mit der Zusammenstellung von älteren und neueren Instrumentalsätzen die späteren „Brandenburgischen Konzerten“, Werke des „Wohltemperierten Klaviers“ sowie sechs Violinpartiten und -sonaten.

In Folge der Abkehr des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen von der Ensemblemusik, sah sich Bach veranlasst, sich nach neuen Stellen umzusehen. Bereits am 5. Juni 1722 wurde die Stelle des Thomaskantors in Leipzig frei, nach einem ersten Probespiel entschied man sich allerdings für Georg Phillip Telemann. Dieser sagte die Stelle aufgrund einer Gehaltserhöhung in Hamburg ab und somit fand im Februar 1723 ein zweites Vorspiel statt. Hierbei entschied man sich dann für Johann Christoph Graupner, einen Kapellmeister aus Darmstadt. Dessen  Dienstherr, der hessische Landgraf, verweigert die Entlassung und sorückte Johann Sebastian Bach „als dritte Wahl“ nach. Den Titel des fürstlichen Kapellmeisters zu Anhalt-Köthen durfte Bach in Leipzig weiterführen und lieferte noch bis zum Tod des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen im Jahre 1728 Musik zu den Festtagen des Fürstenhauses.