Sonderausstellung "Bandhauer - Baumeister in Anhalt"

Bandhauer - Baumeister in Anhalt-Köthen

Christian Gottfried Heinrich Bandhauer (1790 - 1837) prägte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die klassizistische Bauweise in Anhalt-Köthen. Seine architektonische Leistung rückt angesichts der bestimmenden Tragödien seines Schaffens oftmals in den Hintergrund.

Zweimal musste er sich in langen Prozessen verantworten: Der Einsturz der Hängebrücke in Nienburg und der Zusammensturz des Baugerüstes am Turm der Kirche St. Maria in Köthen kosteten vielen Menschen das Leben und sollten ihn über seinen eigenen Tod hinaus verfolgen, wobei die Schuldfrage jeweils nicht eindeutig geklärt werden konnte.

Bandhauer war über ein Jahrzehnt hinweg im Dienste des Herzogs tätig und schuf zu dessen Wohlgefallen zahlreiche repräsentative Bauwerke. Damals wie auch heute waren die Baukassen stets knapp bemessen und so musste der Architekt immer wieder kreative und kostengünstige Lösungen finden. Mit seinen Quadrathohlbauten entwickelte er einen für die damalige Zeit fast universellen Bautypen, der den entsprechenden Anforderungen gerecht werden konnte.

Auf seinem Zeichenbrett entstanden auch mehrere Wohn- und Nutzbauten. Diese sind zum Teil bis heute im Bild der Region erhalten geblieben. In Zeiten von Hungersnot, Agrarkrisen und hoher Verschuldung gelang es ihm sowohl formal, als auch funktional einheitliche Konstruktionen zu erschaffen, ganz im Sinne der klassizistischen Idee. Bandhauer - talentierter Architekt oder tragischer Konstrukteur? Besuchen Sie unsere Ausstellung und entscheiden Sie selbst.

Die Sonderausstellung ist als Teil der Museen im Schloss dienstages bis sonntags zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet.