Bachs Winterreise kommt in Merseburg an

"Also, durch das große Hauptportal in den Dom eintreten zu dürfen, das ist wirklich selten. Da bin auch ich ein wenig aufgeregt!" - diese Worte des Schriftstellers, Fruchtbringers und Merseburger Stadtchronisten Jürgen Jankofsky verdeutlichen, dass "Johann Sebastian Bach" auf seiner dritten Etappe der Winterreise eine besondere Wertschätzung zuteil wird. Begleitet von strahlendem Sonnenschein war es am Ständehaus vorbei hoch zum Dom gegangen, einmal mehr natürlich mit der Kutsche, gelenkt von Anke Dehn. Freuen durfte sich die Reisegesellschaft einmal mehr von der medialen Begleitung durch den Mitteldeutschen Rundfunk, diesmal in der Redaktion Sachsen-Anhalt, und durch die Mitteldeutsche Zeitung, natürlich mit Vertretern der Lokalredaktion Merseburg. Auf der Fahrt und bei der Ankunft am Domportal gab es durch Jürgen Jankofsky viel Wissenswertes über Merseburg zu erfahren. Auch verriet er, dass er vor seiner Hinwendung zur Literatur auch eine profunde musikalische Ausbildung genossen hat. Das interessante Gespräch verstummte, als sich das Portal öffnete und die Beiden durch Niemand Geringeres als Michael Schönheit begrüßt wurden. Er eignete sich als Gastgeber in mehrfacher Hinsicht, ist er doch nicht nur Gewandhausorganist und absoluter Bachkenner, sondern seit vielen Jahren auch Domorganist zu Merseburg. Im lichtdurchfluteten und immer wieder aufs Neue beeindruckenden Dom setzte er sich dann auch an seine Orgel mit dem wunderschönen Prospekt von 1706 und spielte ... natürlich Bach. Das Gespräch drehte sich um die Anknüpfungspunkte Bachs zu Merseburg, seine Beziehungen zum dortigen Hof, die sehr, sehr wahrscheinliche Ausbildung seines Sohnes Friedemann vor Ort und natürlich Bachs Musikschaffen im Allgemeinen. Nach einem herzlichen Abschied macht die Winterreise am 15. Dezember Stopp in Halle. "Bach" ist sich sehr bewusst, dass im Händel-Haus auch diesmal der große Georg Friedrich Händel nicht anzutreffen sein wird, aber er freut sich unbändig auf den Direktor der dortigen Stiftung Clemens Birnbaum, der auch gleichzeitig Intendant der Händelfestspiele ist, und auf Ullrich Böhme, Thomasorganist zu Leipzig.

Ein herzliches Dankeschön soll natürlich auch an den Merseburger Dom und die dort arbeitenden Menschen, die mit viel Freundlichkeit und Gastfreundschaft den Besuch möglich machten.

Im Bild zu sehen von links nach rechts: Michael Schönheit, "Bach", Jürgen Jankofsky