Bachs Winterreise beginnt

Die erste Tagesetappe der Winterreise Bachs ist gleich geschafft. Nicht nur für "Johann Sebastian Bach" wird es wenige Minuten nach der im Foto gezeigten Szene eine herzliche Begrüßung in der Burgschänke auf der Eckartsburg geben - auch die Journalisten von TV und Tageszeitung freuen sich auf die wohlige Wärme am Kamin in der Gaststube, auch wenn der fantastische Ausblick auch schon vor 300 Jahren sicher kurz zum Innehalten verlockt hat. Und auch die beiden Ehrengäste des Tages, Gambist und Echopreisträger Thomas Fritzsch und Waltraud Wächter, 1. Konzertmeisterin des MDR-Sinfonieorchesters, haben in der Kutsche erfahren dürfen, dass nicht nur feuchtkalte Luft ziemlich zusetzt, sondern auch Pflastersteine den Bandscheiben ein im wahrsten Sinne des Wortes gerüttelt Maß an Einsatz abverlangen. Das Gespräch in der Burg dreht sich natürlich um Bach. Beide Musiker haben ihre ganze Karriere lang Bachs Musik gespielt und die Leidenschaft dafür und auch die Ehrfurcht vor dessen Werk spricht aus jedem Wort. Aber auch rein praktische Fragen werden angeschnitten, etwa die Kleiderordnung vor 300 Jahren auf der Reise. Oder ob Bach tatsächlich in den vier Wochen Haft, die ihm sein Weimarer Dienstherr eingebrockt hatte, komponiert hat. Neugierde weckte auch die Tatsache, dass Waltraud Wächter ebenso wie Bach in Weimar vor drei Jahrhunderten ihr Ensemble sowohl leitete als auch gleichzeitig Violine spielte. Was gar nicht so kompliziert sei, wie es auf dem ersten Blick scheine, wie die Konzertmeisterin ausführte. Die Zeit ging schnell ins Land und hinaus ging es wieder in den Burghof, wo man sich für den am Wochenende stattfindenden Weihnachtsmarkt rüstet. Ein Händedruck, eine Verbeugung - weiter geht die Fahrt, morgen nach Weißenfels.